Samuel Coleridge-Taylor: "Hiawatha's Wedding Feast" & "The Death of Minnehaha"
Kantaten für Chor, Orchester und Solostimmen auf Texte von H. W. Longfellow
(komp. 1898/99)
Als Textvorlage für seine beiden Kantaten "Hiawatha's Wedding Feast" & "The Death of
Minnehaha" dienten Samuel Coleridge-Taylor Ausschnitte aus dem monumentalen Vers-Epos "The Song of
Hiawatha", das der US-amerikanische Dichter H. W. Longfellow in der Mitte des 19. Jahrhunderts nach
dem Vorbild des finnischen National-Epos "Kalevala" gedichtet hatte. Longfellow hat dafür im
wesentlichen Legenden der damals um den Großen See an der heutigen Grenze zwischen den USA und
Kanada siedelnden Ojibwa (auch Chippewa oder Anashinabe genannt) verwendet, die der US-amerikanische Ethnologe Henry Rowe Schoolcraft
kurz zuvor gesammelt und veröffentlicht hatte. Longfellow hat das Material über die göttliche
Hauptfigur dieser Ojibwa-Legenden, Manabozho, mit Schoolcrafts Material über den historischen
irokesischen Staatsmann Hiawatha verschmolzen, eigenes Material dazu gedichtet und seine Hauptfigur
Hiawatha genannt. Dieses Gedicht wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts sehr viel gelesen
und hatte auch schon Antonín Dvořák für seine 1893 komponierte Sinfonie "Aus der Neuen Welt" als
Inspiration gedient. Es umfasst insgesamt 22 Kapitel; das 11. Kapitel daraus hat der damals erst 23
Jahre alte Coleridge-Taylor unverändert als Textvorlage für seine erste Kantate "Hiawatha’s Wedding
Feast" verwendet (englischer Text, deutsche Übersetzung). Das 20. Kapitel, das bei Longfellow den Titel "The
Famine" trägt, hat Coleridge-Taylor unter dem Titel "The Death of Minnehaha" nach dem
sensationellen Erfolg der ersten Kantate ein Jahr später als zweite Kantate vertont (englischer Text, deutsche Übersetzung).
Die Aufführung wurde von einem Seminar begleitet, das das Programmheft verfasst hat und einen öffentlichen
Einführungsvortrag im Haus der Wissenschaft/Sandstr. in der Reihe "Wissen um 11" am
Sonnabend, den 29. Januar um 11 Uhr gehalten hat. Hans-Peter Raiß hat in Zusammenarbeit mit
dem Seminar ein Rundfunk-Feature über den Komponisten und sein Werk produziert, das am
Donnerstag, den 3. Februar von 20.05 – 22 Uhr auf Nordwestradio gesendet worden ist. Einen
Teil dieser Sendung bildete ein Interview mit Prof. Dr. Thomas Stolz (FB 10 der Universität Bremen)
zur Sprache der Ojibwa.
Ausführende:
Orchester & Chor der Universität Bremen
Sprecher: Bürgermeister a. D. Dr. Henning Scherf
Tenorsolo in "Hiawatha’s Wedding Feast": Clemens Löschmann
Sopransolo in "The Death of Minnehaha": Irina
Wischnizkaja
Baritonsolo in "The Death of Minnehaha": Peter Kubik
Gesamtleitung: UMD Dr. Susanne Gläß
Konzertmeisterin des Orchesters: Iria Röder-Sorge
Korrepetition der Chorproben: Stefanie Adler
Coaching der Streichinstrumente: Christine Lahusen (Bremer Philharmoniker)
Coaching der Holzblasinstrumente: Roland Früh (Bremer Philharmoniker)
Coaching der Blechblasinstrumente: Michael Feuchtmayr (Bremer Philharmoniker)
Diese Aufführung wurde in Teilen durch die Karin und Uwe Hollweg Stiftung und die Waldemar Koch
Stiftung gefördert.
Konzert:
Bremen, Glocke/großer Saal, 5. Februar 2011, 20 Uhr
Beachten Sie auch die Kritik und die Bilder zum Konzert am 5. Februar 2011 sowie die Hörbeispiele.
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